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73-jährige Bankkundin betrogen - Anklage u. a. gegen Filialeiter erhoben

Datum: 01.07.2016

Kurzbeschreibung: 

STAATSANWALTSCHAFT MANNHEIM
- Pressereferent -  

PRESSEMITTEILUNG
(01.07.2016)
 

73-jährige Bankkundin betrogen - Anklage u. a. gegen Filialeiter erhoben 

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat gegen vier Angeschuldigte wegen Betruges in besonders schwerem Fall sowie wegen Untreue bzw. Beihilfe dazu Anklage zur Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Mannheim erhoben. 

Ein ehemaliger Filialleiter einer Bank in Mannheim soll im Jahr 2009 gezielt den Kontakt zwischen einer damals 73-jährigen langjährigen Bankkundin und zwei weiteren Angeschuldigten hergestellt haben, um diesen zu ermöglichen, ein Vertrauensverhältnis zu der Kundin aufzubauen. Dabei sollen die drei Angeschuldigten gemäß ihrem gemeinsamen Tatplan die alleinstehende und gebrechliche Geschädigte räumlich von der Außenwelt abgeschottet, gezielt einzelne Rufnummern ihres Telefonanschlusses gesperrt, ihren Wohnraum mit einem Mikrofon überwacht und ihre Post an die Privatanschrift eines Angeschuldigten umgeleitet haben. Unter Ausnutzung des aufgebauten Vertrauensverhältnisses, der Lebensumstände und des Gesundheitszustandes der Geschädigten sollen die drei Angeschuldigten die Geschädigte in den Jahren 2009 bis 2010 durch Täuschung zu nachteiligen Vermögensverfügungen in einem Gesamtvolumen von 376.764,92 € veranlasst haben. 

Darüber hinaus wird dem ehemaligen Filialleiter vorgeworfen, in den Jahren 2010 und 2011 ein rechtswidriges Finanzierungssystem zu Gunsten einer Firma mit Sitz in Eppelheim aufgebaut zu haben. Unter Ausnutzung seiner Position und seiner Befugnisse als Filialleiter soll er zusammen mit der ebenfalls angeschuldigten Inhaberin der Firma und teils unter Mitwirkung der beiden anderen Angeschuldigten der nicht kreditwürdigen Firma über Strohmannkonten ungesicherte Kredite gewährt haben. Um die Kredite zurückzahlen zu können, soll die Einräumung immer weiterer Kredite für Strohmänner notwendig gewesen sein, sodass die Rückzahlung aller Kredite mit voranschreitender Zeit immer unwahrscheinlicher wurde. Der betroffenen Bank soll dadurch ein Schaden von mehr als 300.000 € entstanden sein. 

gez. Lintz
Erster Staatsanwalt




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