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Oberstaatsanwalt Oskar Gattner im Ruhestand

Datum: 30.01.2018

Oberstaatsanwalt Oskar Gattner, der langjährige Leiter der Abteilung 4 der Staatsanwaltschaft Mannheim, ist zum 31. Dezember 2017 in den Ruhestand getreten.

Oskar Gattner trat im Januar 1979 in den Justizdienst ein. Nach seiner ersten Station als Assessor in einer Zivilkammer des Landgerichts Karlsruhe war er anschließend als Jugendrichter beim Amtsgericht Bruchsal tätig. Im Oktober 1981 wechselte er an die Staatsanwaltschaft Mannheim, wo er rasch auf Lebenszeit ernannt wurde und der er in verschiedenen Funktionen über 36 Jahre angehörte. So war er zunächst über 13 Jahre in der Schwerpunktabteilung für Wirtschaftsstrafsachen mit einer Vielzahl von Großverfahren befasst. In dieser Zeit führte er unter anderem das in der Öffentlichkeit viel beachtete Verfahren im Zusammenhang mit der Beteiligung deutscher Firmen am Bau einer Giftgasfabrik in Libyen.

Von Oktober 1994 bis März 1995 war Oskar Gattner zur Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe abgeordnet. Nach seiner Rückkehr leitete er - zunächst kommissarisch - die Verkehrsabteilung und ab Mitte 1996 die Generalabteilung 4, wo er bald zum Oberstaatsanwalt ernannt wurde.

Diese mit fünf Staatsanwälten, zwei Amtsanwälten und fünf Servicekräften besetzte Abteilung mit der Zuständigkeit für allgemeine Strafsachen, Arbeitsschutzsachen, Strafsachen gegen Mitglieder der Stationierungskräfte, Zivil- und Wehrstrafsachen und Verfahren wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung leitete er erfolgreich bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand mit Vollendung des 68. Lebensjahres.

Neben seiner Tätigkeit als Abteilungsleiter war Oskar Gattner auch jahrelang als Pressereferent tätig und übte diese Funktion bis Juli 2015 - zuletzt stellvertretend - aus.

Als Leiter der Abteilung 4 bearbeitete er viele aufsehenerregende Fälle. Zu nennen sind unter anderem der als „Hammermord“ bekannt gewordene Prozess gegen ein Ehepaar wegen Ermordung einer 34-jährigen Frau in einer Tiefgarage im November 1999, der Prozess um die Ermordung einer litauischen Austauschstudentin im Oktober 2013 in Mannheim und der Prozess um den gewaltsamen Tod einer 31 Jahre alten Frau Ende 2015 am Neckar in Mannheim.

Bis zuletzt nahm die Serie an großen und spektakulären Fällen nicht ab. So führte er auch die Ermittlungen wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Medizinproduktegesetz betreffend das Klinikum Mannheim, die er im Dezember 2017 abschloss.

Mit seinem Eintritt in den Ruhestand verliert die Staatsanwaltschaft Mannheim nicht nur einen äußerst kompetenten und engagierten Staatsanwalt, der den Kollegen und Kolleginnen jederzeit durch Rat und Tat zur Seite stand, sondern auch einen Menschen, der durch seine umfassende Bildung, seine Geradlinigkeit, seine Herzlichkeit und nicht zuletzt seinen Humor bei allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen äußerst geschätzt und beliebt war.




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